WK I 1914

Geschichte

Hintergründe

Am 22. August 1914 wurde nach Genehmigung des Kaisers mit dem Bau der 5 Brückenköpfe (Krems, Tulln, Wien, Preßburg, Komorn/Budapest ) begonnen. Diese sollten die jeweiligen Donauübergänge gegen feindliche Angriffe schützen und den sicheren Übergang großer Truppenkörper über den Strom gewährleisten.
 

Brückenkopf Krems

Der Brückenkopf Krems wurde als Befestigungsgürtel um die beiden damals schon bestehenden Donaubrücken, Straßenbrücke Mautern-Stein und Eisenbahnbrücke, angelegt. Er sollte gegen einen erwarteten Kriegsfall "R" (russischer Einfall) bzw. Kriegsfall "I" (italienischer Einfall) verteidigt werden. Im Endausbau wären hier 34.000 Soldaten bestehend aus Infanterie, Kavallerie und schwerer Artillerie stationiert gewesen. Die vorgesehene Artillerie war allerdings veraltet, diese stammte teilweise aus dem Jahr 1861.
 
Der Brückenkopf Krems war in 5 Abschnitte unterteilt:
I – III nördlich der Donau, IV und V südlich der Donau. Der Abschnitt V gliederte sich in die Stützpunkte Göttweig, Waxenberg und Eggendorf/Fucha.
 


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Feldmarschalleutnant Ing. Franz Hauninger, Edler von Haueningen (1863-1936)

Feldmarschall Franz Hauninger ging aus der technischen Militärakademie hervor, er wurde 1883 zum Leutnant im 1. Genieregiment nach Prag ausgemustert und nach Absolvierung des höheren Geniekurses dem Geniestabe zugeteilt und zur Dienstleistung bei der Geniedirektion Klagenfurt berufen. In diesen drei Jahren projektierte und baute er das Fort Hermann in der Flitscher Klause. Noch vor Vollendung des Baues wurde er zum Korpskommando nach Budapest versetzt, wo er durch 7 Jahre Referent für technische Angelegenheiten war. 1908 wurde er an die Theresianische Militärakademie als Studieninspektor und im Jahre 1910 an die technische Militärakademie nach Mödling als Stellvertreter des Kommandanten eingeteilt. Er kam dann auf ein Jahr als Befestigungsbaudirektor nach Budapest und dann 1913 als Kommandant der 69. Infanteriebrigade nach Karlsburg.

1915 wurde er Brückenkopfkommandant in Krems, später Stadtkommandant - Stellvertreter in Brünn und übernahm schließlich die Kriegsgefangenenlager in Pressburg. Nach dem Kriege ließ er sich in Krems nieder, wo er aus der Zeit seines Wirkens als Brückenkopfkommandant viele Sympathien genoss.

     

Stützpunkt Göttweig

Am Göttweiger Berg wurde unter der Leitung von Fortifikationsleutnant Alfred Sighartner der Stützpunkt errichtet. 
 


 
    

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In ihrer Gesamtheit ist die Anlage am Stützpunkt Göttweig sehr gut erhalten, sichtbar sind die Anlagen am Predigtstuhl und die sogenannten Stützpunkte Göttweig Ost und West . Aber auch am gegenüberliegenden Waxenberg sind Reste erhalten geblieben. Es finden sich noch Steinwälle, Reste von Stellungen, Steinstufen, Wege und Inschriften.

Ein Gedenkstein am Rundwanderweg erinnert an die Erbauung der Anlage am Götweiger Berg.

Zwei der fünf auf dem Gedenkstein genannten k.u.k. Militärpersonen konnten eruiert werden:

Ltn. Alfred Sighartner und Engelbert Artner




   

Hofrat Dipl.-Ing. Alfred Sighartner (1882-1965) war nach dem Ersten Weltkrieg u.a. Vortand des OÖ Baudienstes, zuletzt Landesbaudirektor von 1946 - 1949 in Oberösterreich.
















      

Bei Engelbert Artner handelt es sich um einen Maurerpolier aus Krems-Stein.










 

Kriegsverlauf

Der Kriegsverlauf entwickelte sich zum Glück so, dass weder russische noch italienische Truppen in die österreichischen Kernlande vordrangen. Es wurde daher noch während des Krieges der Ausbau der Verteidigungsanlagen gestoppt und diese teilweise rückgebaut. Das vorhandene Material wurde an die Front überführt. Zum Bau der Anlagen wurden auch russische Kriegsgefangene eingesetzt, so waren im September 1915 im Bereich Brückenkopf Krems 1.661 russische Gefangene stationiert.

Heute kann man noch Reste dieser Anlagen in Egelsee, Scheibenhof, Oberbergen, Halterbachtal oder auf der Hohen Wand (zwischen Hundsheim und Rossatzbach) erkennen.