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Kleindenkmäler

Fünfkreuz in Furth
 


September 2017 – © Josef Teufner
 

Errichtet um 1620, gestiftet 1616 von Johann Falb (Hofmeister des Göttweigerhofes in Stein, verst. 1617), der Bruder Georg Falb, Abt des Stiftes Göttweig (1612 – 1631) ließ den Bildstock durch den Kremser Bildhauer Kilian Fuchs fertigstellen, daraus resultieren die überarbeiteten Jahreszahlen.

Der im Renaissance Stil, aus Zogelsdorfer Kalksandstein gefertigte Bildstock, steht an der Straßengabelung Furth – Palt – Mautern und zählt zu den bekanntesten, von hoher künstlerischen Qualität geschaffenen Bildstöcke der Region und kann als Zeichen der Gegenreformation (Abt Georg Falb war von Passauer Bischof für Maßnahmen in Österreich beauftragt) gedeutet werden.

Auf einer Sandsteinplatte als Basis steht ein kubischer Sockel mit einer vorkragenden Deckplatte. Darauf aufgebaut eine ionische Säule, deren unterer Teil durch einem Schaftring getrennt wird und in den Hauptrichtungen von vier Cherubsköpfen geschmückt ist. Der obere Säulenschaft ist mit Kanneluren geziert, die bis zur Hälfte mit Stäben ausgefüllt sind. Der Säulenhals ist mit Palmetten geschmückt, darüber befindet sich ein filigranes, ionisches Kapitel, ein flacher Gebälkstein und eine stark vorkragende, mit Eierstab verzierte Deckplatte bilden die Basis für den Tabernakelaufsatz (innen ausgehöhlt) dessen Flachnischen mit je einem Relief ausgestattet sind.

Die Darstellungen zeigen: Christus am Ölberg, die Kreuzigung Christi und eine Pieta. Die vierte Seite enthält das Wappen und die Inschrift, die auf den Stifter Johann Falb anno 1620 verweist. Der Tabernakelaufsatz wird durch ein steinernes Pyramidendach mit fünf Kreuzen (Sage – hier wurden 5 Spielleute ausgeraubt und ermordet), eines in der Mitte und je eines an den vier Ecken, abgedeckt.

Der Bildstock wurde 1970 auf den derzeitigen Standort versetzt und dabei umfassend vom Restaurator Gollner restauriert, wobei der Tabernakel um 90° gedreht wurde. 2017 erfolgte eine Restaurierung, bei der der untere Teil des Pyramidendaches erneuert wurde, durch den Restaurator Günther Mittendorfer, im Auftrag des Fremdenverkerhs- und Verschönerungsverein Furth.

 

Kreuz bei "Altmannibründl"


August 2018 – © Josef Teufner
 

Errichtet 1621, neben einer Quelle am Zellerweg mit der Inschrift „GERG BOLT VON GENADLASDORF, 1621“ (Gnadlersdorf = Hnanice, Tschechische Republik) – aus Südmähren, die gekreuzten Winzermesser deuten auf seinen Beruf hin.

Der im Renaissance Stil, aus Zogelsdorfer Kalksandstein gefertigte Bildstock steht am Ortsende von Steinaweg in Richtung Klein Wien an der linken Straßenseite beim „Altmannibründl“. Der kubische Sockel steht auf einer quadratischen Steinplatte mit abgerundeten Ecken. Darüber erhebt sich ein achteckiger Säulenschaft der mit einem quadratischen stark profilierten weit auskragenden Säulenkopf die Basis für den Tabernakelaufsatz bildet. Die vier Flachnischen des Tabernakels sind mit Perlenstab (Astragal) und Eierstab eingefasst, von der einstigen Flächenmalerei ist nichts mehr erhalten. Das darüber liegende flache steinerne Zeltdach ist geschwungen und zeigt an den Kanten Pflanzenornamente. Das Steinkreuz mit den Kleeblattenden hat im Kreuzungsfeld beidseitig ein Reliefornament, das Monogramm Jesu innerhalb der Dornenkrone auf der Rückseite sind drei Nägel dargestellt.

Die „Vita Altmanni“ berichtet: Als die als Heilige verehrten Bischöfe Gebhard (Salzburg), Adalbero (Würzburg) und Altmann (Passau) noch Studenten waren, machten sie eines Tages Rast an einer sprudelnden Quelle (= Altmannibründl) und prohezeiten einander gegenseitig die zukünftige Bischofswürde. Auch sagten sie einander voraus, dass jeder ein Kloster gründen würde, was schließlich auch eintrat: Stift Admont (Gebhart), Stift Lambach (Adalbero) und Stift Göttweig (Altmann).

Der Bildstock wurde 1971 instandgesetzt, 2018 erfolgte eine Restaurierung und Konservierung durch den Restaurator Günther Mittendorfer im Auftrag des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Furth. Bei diesen Arbeiten wurde die extreme Schieflage beseitigt und der Bildstock wieder ins Lot gebracht.

 

Marterl am Furthnersteig


Februar 2017 – © Josef Teufner
 

Errichtet 2004, entlang eines Waldweges am „Furthnersteig“ zwischen Furth und Oberfucha, als Ersatz für das 1902 im Auftrag von Frau Therese Springer aus Oberfucha 3 errichtete alte Marterl. Anlass hierfür war ein vorangegangener Überfall auf sie, den sie jedoch mit Hilfe des begleitenden Hundes abwehren konnte.

Auf einer quadratischen Holzsäule steht ein zu öffnender Tabernakel aus Holz, dessen Türfüllung ein Bild, Madonna mit Jesuskind ziert. Im Tabernakel befindet sich eine Beschreibung über Ursprung, Sanierungen und Erneuerung des Marterls einschl. Jahresangaben und beteiligte Personen. Über dem Tabernakel befindet sich ein hölzernes Steildach, welches mit Alublech abgedeckt ist. Im Giebel ist ein einfaches Holzkreuz und an der Holzsäule eine geschnitzte Tafel mit der Jahreszahl 1902 angebracht.

Das ursprüngliche Marterl wurde 1932 von Herrn Josef Rethaller und 1971 von Adolf Tanzer restauriert. Das derzeit bestehende Marterl wurde 2004 von Herrn Adolf Tanzer analog des ursprüglichen Bestandes neu angefertigt, das Bild wurde von seiner Schwiegertochter Ilse Tanzer aus Angern gemalt.

 

Pranger von Furth bei Göttweig


September 2018 – © Josef Teufner
 

Errichtet vor 1527, zwischen Fladnitz und linker Bachzeile gegenüber dem alten Rathaus im Zentrum von Furth.

Die aus Kalksandstein gefertigte Säule des Prangers steht auf einer rechteckigen Steinplatte auf dem ein achteckiger Säulenschaft, aufgesetzt wurde. Dieser ist im Aufstandsbereich verstärkt ausgeführt. Auf die Säule aufgebaut ist ein leicht vorkragendes Gesimse, darauf ruht ein achteckiger sich nach oben verjüngender Quader, ein Kugelaufsatz mit quadratischen Fuß bildet den oberen Abschluss. Dieser Aufsatz wurde im Zuge einer Restaurierung zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt.

An der Vorderseite der Säule ist noch der Rest einer Kette verankert, an der Straftäter seinerzeit angekettet wurden.

Der Pranger wurde 1964 wegen Errichtung des Wohnhauses, Linke Bachzeile Nr. 41a, vom ursprünglichen Standort, links der Gasse an den derzeitigen Standort, zwischen Gasse und Fladnitzbach versetzt. Im Archiv des Göttweiger Landesgerichtes ist die Vollstreckung einer Enthauptung beim „Prannger zu Furth“ im Jahr 1527 dokumentiert.

 

Kriegerdenkmal Furth


September 2018 – © Josef Teufner
 

Errichtet 1967, an der Südseite des Turmes der Pfarrkirche, die Segnung erfolgte am 8.10.1967.

Unter dem schlichten Kreuz aus Kupferblech sind Gedenktafeln aus schwarzen Granit für die Gefallenen und Opfer beider Weltkriege aus Furth und Aigen angebracht. Links von den Gedenktafeln steht eine Mutter-Kind Statue aus Sandstein.

Die Statue stammt vom ehemaligen Kriegerdenkmal am Göttweiger Berg. Dieses wurde 1926 vom Verschönerungsverein Furth für die Gefallenen des 1. Weltkrieges errichtet. Im Zuge der Verlegung des Kriegerdenkmales an die Pfarrkirche im Jahr 1967, wurde die Statue in den Ortsfriedhof zum „Heldengrab“ versetzt. Bei der Erweiterung und Umgestaltung des Friedhofes im Jahr 1989 wurde die Statue ein weiteres Mal, an den derzeitigen Standort beim Kriegerdenkmal an der Pfarrkirche, umgestellt.

 

Altmannsäule


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet 2003, in der Katastralgemeinde Aigen, an der Weggabelung Aignerstraße- Holzstraße – Kellergraben. Die Statue wurde vom Abt des Stiftes Göttweig, Abtpräses Dr. Clemens Lashofer gestiftet und von diesem selbst am 22.11.2003 eingeweiht.

Die 1,80 m hohe Statue aus Wachauer Marmor wurde vom einheimischen Bildhauer Norbert Steinmaßl geschaffen, der eiserne Bischofsstab vom Furthner Schmiedemeister Karl Rauscher angefertigt und gespendet, die Fundamentierungsarbeiten, Aufstellung, Beleuchtung und Platzgestaltung erfolgte durch die Marktgemeinde Furth.

Als Standsäule wurde eine 2,30 m hohe, leicht konische Säule aus Waldviertler Granit verwendet. Sie stammt aus dem Bestand des Stiftes Göttweig und wurde für den seinerzeitigen Neubau des Stiftes im 18. Jhd. angeschafft, wegen der Baueinstellung um 1783 jedoch nicht mehr verbaut und fand hier eine Verwendung.

Die Staue mit Blick auf das Stift Göttweig stellt den Heiligen Altmann, Bischof von Passau und Gründer des Stiftes dar, welches er am 9. Sept. 1083 weihte. Altmann starb am 8. Aug. 1091 in Zeiselmauer und fand in Göttweig seine letzte Ruhestätte.

 

Bildbaum - Göttweiger Berg


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet 1996, am Waldweg von Aigen nach Stift Göttweig gelegen, einem steilen Aufstieg über den Hals zum Stift. Der Steig ist ein kurzes Teilstück des Österreichischen Jakobswegs, welcher hier im Tal des Fladnitzbaches die Eisenbahnlinie Krems - Herzogenburg quert. Diese Gegend wird von Einheimischen auch, im „Weih-Tal“ genannt.

Bildnis der Hl. Maria mit einem Schwert im Herzen (Mater dolorosa). Verglaster Farbdruck mit Eichenrahmen und einem schmalen Blechdach an einer Buche in 1.70 m Höhe befestigt.

Das Bild wurde 1996 von Frau Anna Haiden aus Höbenbach (Religionslehrerin der VS Furth) gespendet und ersetzte ein bereits vorhandenes stark verwittertes Marienbild. Das Bild war die letzte Station, bei der von ihr jährlich durchgeführten Wallfahrt mit den Volksschülern, nach Stift Göttweig.

 

Zellerkreuz


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet 1629 an der Landesstraße zwischen Mautern und Steinaweg als Wegmarkierung zum Wallfahrtsort Mariazell.

Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers mit einem quadratischem Sockelmauerwerk auf dem ein massiver gemauerter Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden Gesimse abgeschlossen, darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit vier, oben runden vergitterten Flachnischen. Ein profiliertes Gesimse mit flachem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetzten filigranen schmiedeeisernen Kreuz bilden den oberen Abschluss.

Bei der Renovierung im Jahr 1972 wurden die seinerzeit leeren Nischen mit einem Marienbild von der Pfarre Furth (Ost), Flachrelief des Hl. Josef von der Pfarre Mautern (Nord) und des Hl. Urbans von der Pfarre Göttweig (Süd) sowie ein Bronzekruzifix gestiftet von der Winzerfamilie Teufner (West) ausgestattet.

Bei einem Blitzeinschlag am Sonntag, den 1. Juni 2003, wurde der Bildstock stark beschädigt, wobei Teile der Dacheindeckung aber auch Teile des Pfeilerverputzes abgesprengt wurden. Die Schäden wurden durch die Gemeinde Furth behoben.

 

Gunackerkreuz


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet 1983, an der Kreuzung Keramikstraße – Bahnhofstraße als Ersatz für den ehemaligen Bildstock im Kreuzungsbereich Keramikstraße – Mautnerstraße, der im Zuge einer Straßenverbreiterung weichen musste.

Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers, bei dem auf einem quadratischen Betonfundament ein massiver gemauerter an den Ecken abgefasten Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden Gesimse abgeschlossen, darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit vier, oben runden, offenen Flachnischen. In den Nischen befinden sich Flachreliefs mit einem Jesuskopf Motiv in der Nord- und Südnische, in der nach Westen ausgerichteten Nische befindet sich ein Marienkopf, das Relief in der Ostnische fehlt. Ein profiliertes Gesimse mit steilem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetzten eisernen Lothringer-Kreuz bilden den oberen Abschluss.

Der am 27.5.1983 eingeweihte Bildstock ersetzte den vermutlich um ca. 1790 von Joseph Gunacker gestifteten ursprüglichen Bildstock. Als Motiv kann der frühe Tod seiner drei ersten Ehefrauen, die innerhalb von 14 Jahren vorzeitig verstorben sind, angenommen werden.

 

Bäckerkreuz


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet in der 1. Hälfte des 18. Jhd., an der Landesstraße von Furth zum Göttweiger Sattel, am seinerzeitigen Ortsende.

Der Bildstock hat die Form eines gegliederten Tabernakelpfeilers wo ein massiver gemauerter Pfeiler in gleicher Stärke vom Sockel über den Schaft bis zum Tabernakel errichtet wurde. Der Pfeiler ist durch zwei einfache Gesimse horizontal gegliedert, in den Flächen befinden sich auf jeder Seite drei flache Nischen, wobei die Tabernakelnischen etwas tiefer ausgebildet sind. In der Richtung Westen zeigenden Nische befindet sich ein Mosaik, das Maria mit Jesus darstellt und aus der Zeit der letzten Restaurierung stammt. Auf den Pfeiler aufgesetzt ist ein einfaches weit ausladendes Gesimse mit einem kurzen Dachansatz aus Ziegel, darüber ein weiteres hohes Gesimse mit einem flachen Zeltdach. Das aufgesetzte schmiedeeiserne Lothringerkreuz bildet den oberen Abschluss.

Diese spezielle Dachausbildung soll einen Brotlaib symbolisieren. Hier sollen in der Pestzeit Brotlaibe durch Furthner Bäcker deponiert worden sein die dann durch Paudorfer bzw. Eggendorfer Bürger abgeholt wurden um eine weiter Verbreitung der Seuche zu vermeiden.

Der Bildstock wurde letztmalig 1976/77 durch das Ländliche Fortbildungswerk, Bezirksgemeinschaft Mautern, saniert.

 

Paltner Kreuz am langen Weg


Jänner 2019 – © Josef Teufner
 

Errichtet ca. 1979, an der Landesstraße von Palt nach Oberfucha, auf der linken Straßenseite am Ende der starken Steigung.

Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers mit einem quadratischem Sockelmauerwerk auf dem ein massiver gemauerter Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden profilierten Gesimse abgeschlossen, darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit einer zur Straße gerichteten Flachnische, in der eine Flachreliefikone der Ostkirche mit der Darstellung des Hl. Nikolaus angebracht ist. Ein profiliertes Gesimse mit steilem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetzten schmiedeeisernen Lothringerkreuz bilden den oberen Abschluss.

Der ursprüngliche Bildstock aus der ersten Hälfte des 18. Jhd. wurde bei Sprengarbeiten für eine Gasrohrverlegung Mitte der 70er Jahre zerstört und nach einem Plan, den Baumeister Anton Raffel für eine Sanierung in den 60er Jahren angefertigt hatte, von der Gemeinde Furth auf Betreiben von Hrn. Raffel wieder neu errichtet.

 

 
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