Kleindenkmäler

  

Kreuz im Panholz

Errichtet 1991 von Reinhold Mannert etwas abseits an der Landesstraße von Furth Richtung Göttweiger Sattel innerhalb einer eingezäunten Liegenschaft.

Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers mit einem quadratischen Sockelmauerwerk auf dem ein massiver, gemauerter Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden abgestuften Gesimse abgeschlossen. Darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit leeren Nischen an jeder Seite. Ein schlichtes Gesimse mit flachem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetztem schmiedeeisernen Patriarchenkreuz bilden den oberen Abschluss.

In unmittelbarer Umgebung wurden am 6. April 1945, 29 entflohene Häftlinge des Zuchthauses Stein von Flaksoldaten sowie Einheiten der Waffen-SS erschossen und verscharrt. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis.

Im April 1945 standen die Richtung Westen vorrückenden sowjetischen Truppen bereits im Wienerwald. Die Insassen des Zuchthauses Stein sollten in den bayrischen Raum verlegt, „leichte Fälle“ entlassen werden. Da für eine Verlegung der Gefangenen nicht genügend Transportmittel zur Verfügung standen, „schwere Fälle“ jedoch durch Erschießen beseitigt werden sollten, entschied der Direktor Franz Kodre alle Gefangenen zu entlassen. Fanatische Nationalsozialisten unter den Justizwachebeamten verständigten die NS-Kreisleitung in Krems von einer Revolte. Diese kommandierte Einheiten der Wehrmacht und Waffen-SS zur Anstalt wo diese ein Blutbad anrichteten. Bereits entlassene Häftlinge wurden mit Greifkommandos gejagt, zurückgebracht oder gleich an Ort und Stelle erschossen und verscharrt. Zwischen 400 und 500 Häftlinge sind bei diesem Endphasenverbrechen des 2. Weltkrieges ermordet worden.

2026-JT

Quellen:
Kapellen und Marterl in Gemeinde und Pfarre Paudorf; Karl Brugger

https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_im_Zuchthaus_Stein
Recherchen Josef Teufner

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